Qilango Ratgeber
Veröffentlicht am: 05.11.2011

Frankreichs kommendes Desaster

Griechenland ist seit Monaten im Fokus des weltweiten Interesses. Alle Welt blickt nach Athen die Hürde der Vertrauensfrage hat die Regierung gerade noch so geschafft, doch die nächsten Hiobsbotschaften kommen aller Voraussicht nach aus Frankreich.  

Die französischen Großbanken

Die französischen Großbanken müssen in diesen Tagen ihre schockierenden Zahlen vorlegen. Sie sind in größtem Maße in Griechenland engagiert und dies reißt sie noch tiefer in die Krise als befürchtet.

Zudem sind die Wachstumsaussichten des Landes mehr als trübe, der französische Haushalt bleibt unausgeglichen.


Die Griechenlandrettung

Die größten Banken Frankreichs sind vor allem infolge der Eurokrise in gefährlicher Schieflage. Die gegenwärtige Situation ist bereits sehr ernst.

Kommt es zu einem Bankrott Griechenlands, droht ein gewaltiges Beben mit weltweiten Schockwellen.

Seit Monaten hört man von unabhängigen Beobachtern, dass die vermeintliche Griechenland-Rettung eigentlich eine Rettung der französischen Banken ist.

Bei genauerer Nachforschung wir  deutlich, wie tief die Banken der Grande Nation im griechischen Schlamassel stecken.

Crédit Agricole (CA)

Die Crédit Agricole (CA) ist die Muttergesellschaft der griechischen Emporiki-Bank. Ihr Verlustrisiko liegt im schlimmsten Fall bei über 26 Milliarden Euro. Daneben drohen der Bank hohe Risiken aus Italien-Bonds in Milliardenhöhe. 

BNP Paribas

Die Großbank BNP Paribas soll aktuell noch griechische Staatsanleihen in einem Volumen von rund fünf Milliarden Euro im Portfolio halten. Hinzu kommen beträchtliche Bestände an italienischen Papieren. Auch die BNP Paribas ist mit Milliardenbeträgen in Italien, dem nächsten Krisenherd engagiert

Société Générale

Die Société Générale hielt im Sommer Italien-Bonds im Umfang von 2,2 Milliarden Euro. Sie leidet nach wie vor am Skandal um ihren ehemaligen Händler Jérôme Kerviel, der durch riskante Spekulationsgeschäfte im Eigenhandel seinem Arbeitgeber einen Verlust von über 4,8 Milliarden Euro bescherte.

Die aktuellen Quartalszahlen der Banken

Mit Unbehagen erwartet die Finanzbranche weltweit die aktuellen Quartalszahlen der größten Banken Frankreichs. Den Anfang machte jetzt BNP Paribas – und es kam schlimmer als angenommen. Besonders wegen der Griechenland-Pleite brach der Gewinn des Instituts im dritten Quartal 2011 um 71 Prozent ein. Dies ist eine wahre Katastrophe bekommt die Bank doch seit  2008 bereits Staatshilfen von bislang acht Milliarden Euro.

Auch die übrigen französischen Großbanken dürften die Märkte in den nächsten Tagen mit ähnlichen Hiobsbotschaften schocken. Bis Mitte kommenden Jahres müssen sich die Bankinstitute rund zehn Milliarden Euro an zusätzlichem Eigenkapital beschaffen. Kommt es in Griechenland zum finalen Crash, brauchen die französischen Banken mindestens weitere16 Milliarden Euro. Dieser Betrag kann auch noch viel höher ausfallen, da die intransparenten französischen Bilanzierungsmethoden möglicherweise das gesamte Desaster bereits schon heute überaus beschönigen.

Die Franzosen sorgen sich

Ohne Zweifel sorgen sich die Franzosen um ihr Erspartes. Eilfertig meldet sich deswegen die Politik zu Worte um die Bürger zu beruhigen. Vor kurzem wandte sich der französische Nationalbankpräsident Christian Noyer mit einer Botschaft an seine Landsleute: „Ich garantiere den Bankkunden, dass sie keine Angst um ihre Einlagen haben müssen“. Derartige Garantien sind jedoch nichts wert, wie wir alle ja von gleichlautenden deutschen Erklärungen wissen. Es handelt sich lediglich um politische Erklärungen ohne Rechtsverbindlichkeit.

Die französische Gesamtsituation

  • Banken mit Milliarden-Risiken
  • ein ausgesprochen schwaches Wirtschaftswachstum
  • wachsende Staatsschulden
  • ein schlechteres Bonitätsrating
  • anstehende baldige Wahlen


Kommt es in Griechenland zum totalen Crash dann spielt sich die nächste Eurokrise in Frankreich ab, wobei dann Italien und Spanien gleich folgen werden. Der griechischen Volksabstimmung kommt deshalb eine weit höhere Bedeutung zu als es auf den ersten Blick scheint.

Frankreich und Deutschland sind die tragenden Säulen des europäischen Rettungsschirms. Eine dieser Säulen gleicht dem „schiefen Turm von Pisa“, die andere ist bei weitem nicht so stabil wie angenommen wird und wie man den Menschen glauben machen will. 

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